Aus Freude am Tun

Was ich auf den letzten Seiten beschrieben habe, funktioniert immer. Wenn man diesen Weg konsequent geht, wird man zu seiner Kreativität zurückfinden und die Gründe erkennen, die sie blockiert haben.

Und natürlich sind die Gründe individuell von Mensch zu Mensch verschieden.

Es gibt aber ein paar Grundmuster, die sich recht häufig wiederholen und die mit unserem gegenwärtigen Denken zu tun haben:

Das Problem ist die Fixierung auf Resultate und hier insbesondere auch die Fixierung auf finanziellen Erfolg.

Von Wert erscheint nur, was bei anderen Anerkennung findet oder noch besser, was auch ordentlich Geld einbringt.

Es gibt ein paar wenige Stars, die das richtig Gute, Erfolgreiche machen und alles darunter erscheint irgendwie wertlos, unzureichend und schlecht.

Es wird gehandelt "um zu". Es wird gehandelt, UM etwas ZU erreichen.

Das ist aber nicht das Wesen von Kunst. So hat sich Kunst im Laufe der Zeit völlig daneben entwickelt, aber so ist sie nicht entstanden.

Kunst ist aus Freude an ihrer Ausübung entstanden. Menschen haben gesungen, weil sie Spaß am Singen hatten. Menschen haben gemalt, weil sie Spaß am Malen hatten.

Heute tun wir das nicht mehr. Heute tun wir das, damit es anderen gefällt oder damit sie es kaufen.

Das Handeln im Kontext von Kunst wird von den falschen Motiven gelenkt. Im Ursprung von Kunst waren die Motive möglichst viel Spaß an der Sache. Und heute sind die Motive, dass es anderen gefällt. Diese Ausrichtung hat aber leider zur Folge, dass die Ausübung von Kunst keinen Spaß mehr macht.

"Von Spaß an der Sache wird man aber nicht satt!"

Das sind immer die tollen Argumente für dieses Handeln. Aber sie stimmen nicht. Es ist nur ein weiterer von unendlich vielen Irrtümern des gegenwärtigen Menschen über die Natur dieses Universums.

Im Musikbusiness hat sich im Laufe der Zeit die "Musikproduktion" entwickelt:

Musik wird am PC zusammenkonstruiert und dann von Radiohörern "konsumiert", die sich damit ihren tristen Alltag aus dem Gehirn blasen.

Das hat noch nicht einmal ganz entfernt auch nur das Allergeringste mit Musizieren zu tun.

Weder das "mit der Maus am PC Musik zusammenkonstruieren" hat etwas mit Musizieren zu tun, noch das "Musik konsumieren".

Freude am Musizieren ist die Freude am Musik machen. Das heißt, man genießt das Erzeugen der Musik. Aber nicht mit der PC-Maus, sondern mit einem Musikinstrument oder der eigenen Stimme.

Das ist ein sehr grundlegender Unterschied:

Auch die Shows der Stars haben mit ihrer totalen Perfektion mit der Freude am Musizieren nicht mehr viel zu tun (wenn auch immer noch mehr als die "Musikproduktion").

Da muss man sich nicht wundern, wenn Stars reihenweise Suchtprobleme haben. Das macht nämlich keinen Spaß.

Die Stars leben für die Anerkennung und den finanziellen Erfolg. Das mag zeitweise ein geiler Kick sein, kann aber niemals das Glück und die Erfüllung ersetzen, die daraus erwachsen das zu tun, was man am liebsten tut und es so zu tun, wie man es am liebsten tut.

Viele verwechseln Anerkennung und finanziellen Erfolg mit echter Erfüllung. Und das ist ein folgenschwerer Fehler - ein Fehler der mit Depression bestraft wird. (Und aus Depression folgt Sucht und so weiter und so weiter)

nächstes Kapitel: Einfache Grundmuster (Blockaden auflösen)